Leider Alltag: Wenn der SEV-Bus nicht kommt

Leider Alltag: Unschöne, skurrile, verrückte Situationen, die so in Berlin passiert sind. Ja, Berlin hat viele schöne Seiten. Aber zum Alltag gehören auch die anderen Erlebnisse, die wir in dieser Reihe schildern.

Wenn wegen Bauarbeiten die Züge nicht fahren können, fahren stattdessen Ersatzbusse. Der Schienenersatzverkehr (SEV). Zumindest in der Theorie. Es ist Winter, es ist kalt und dunkel. Mitten in Berlin warten viele Fahrgäste auf den nächsten Bus des SEV.

Doch der lässt auf sich warten. Und die Menge der Wartenden wird immer größer. Der Bus soll eigentlich nur wenige Stationen überbrücken. Bei normalem S-Bahn-Betrieb würde man für die Strecke nicht viel mehr als 5 Minuten brauchen. Doch kein Bus ist in Sicht.

Auch das Personal, das sonst den Fahrgästen in solchen Fällen mit Auskunft zur Seite steht, ist nirgends zu finden. Eigentlich kommen die SEV-Busse hier in etwa im gleichen Takt wie die Bahnen. Diesmal kommt erst nach über 45 Minuten ein kleiner Bus. Kein Kommentar vom Fahrer, keine weitere Information. Nicht alle Fahrgäste passen hinein.

Die anderen müssen warten. Später kommen die restlichen Busse. Drei, vier hinter einander. Alle leer oder nur wenig besetzt. Dass hier so viel Platz sein würde, wusste von den Fahrgästen im ersten Bus niemand. Dort drängt man sich dicht an dicht.

Später wird die Bahn sagen, dass eine nicht abgebaute Baustellenampel auf der SEV-Strecke für Verzögerungen gesorgt hätte. Mehr Informationen gibt es nicht. So braucht man in Berlin zumindest nie Angst haben, dass man mal einen freien Abend zu Hause hat. Den darf man dann in der Kälte mit Warten verbringen.