Leider Alltag: Täglicher Spießrutenlauf am Ostkreuz

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Leider Alltag: Unschöne, skurrile, verrückte Situationen, die so in Berlin passiert sind. Ja, Berlin hat viele schöne Seiten. Aber zum Alltag gehören auch die anderen Erlebnisse, die wir in dieser Reihe schildern.

Der tägliche Spießrutenlauf auf dem Weg zur S-Bahn oder beim Verlassen des Bahnhofes. Das ist für alle, die am Ostkreuz ein- und aussteigen, Alltag. Der lange Weg ohne Ausweichmöglichkeiten ist perfekt für die, die es auf die Aufmerksamkeit (oder das Geld) der Fahrgäste abgesehen haben.

Zwischen Bahnhof und Straße passiert man regelmäßig Musiker. Dann kommen Bettler, mal ruhige, mal laute. Mal Punks, die fremde Frauen erst nach Geld fragen, dann nach ihrer Nummer und sie dann unverblümt umarmen. Dahinter sitzt eine Frau, die von Früh bis Spät Blumensträuße zusammenbindet – und davon tatsächlich auch welche verkaufen kann.

Und dann kommen die Promoter. Hier wechseln sich verschiedene Organisationen ab. Mal mit Stand, der einfach mitten in den Weg gestellt wird, mal nur mit ausgebreiteten Armen. Sie stellen sich den Menschen in den Weg und wollen Spendenverträge verkaufen.

Zwischen den Promotern findet sich immer mal wieder auch ein Zeitungsverteiler. Gratis-Tageszeitungen kann man hier bekommen. Doch am liebsten natürlich nur, wenn man auch ein Abo abschließt.

Abends sind statt Zeitungsverteiler und Promotern nun betrunkene Partygänger zu passieren. Mal halten sie sich nur kurz hier auf, mal auch stundenlang. Mit lauter Musik aus den mitgebrachten Boxen wird dann im Zugang zum Ostkreuz ordentlich getrunken und gefeiert. Zu zweit, im Dunkeln und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Kein Wunder, dass Polizei und Rettungsdienst hier ständig gebraucht werden. Nur morgens ist es ruhiger. Lediglich einzelne verirrte Betrunkene torkeln laut schimpfend durch die Gegend. Denen hilft dann der Sicherheitsdienst, den Ausgang des Bahnhofs zu finden.