Leider Alltag: Drogenverkäufer am Bahnsteig

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Leider Alltag: Unschöne, skurrile, verrückte Situationen, die so in Berlin passiert sind. Ja, Berlin hat viele schöne Seiten. Aber zum Alltag gehören auch die anderen Erlebnisse, die wir in dieser Reihe schildern.

Es ist ein Klassenausflug nach Berlin. Oberstufe. In Begleitung zweier Lehrer. Natürlich wird in Kreuzberg übernachtet. Am S-Bahnhof wird die Gruppe direkt nach dem Aussteigen von Drogendealern empfangen.

Der erste spricht die Schüler, die alle um die 18 Jahre alt sind, direkt auf dem Bahnsteig an. Der zweite steht am Anfang der Treppen. Er streckt den Vorbeigehenden sogar seine Tütchen schon hin. Auch die begleitenden Lehrer werden wie selbstverständlich angesprochen.

Der dritte Dealer steht am Ausgang der Treppen und pfeift den Menschen zu und versucht Blickkontakt aufzunehmen. Auf den wenigen Metern bis zur Ampel stehen weitere junge Männer, die auch zur Gruppe der Dealer zu gehören scheinen. Sie schauen nur aufmerksam jeden an, der vorbeiläuft und geben den anderen Dealern Zeichen.

Bleibt ein einzelner Fremder hier zu lange stehen, werden die Blicke immer intensiver. Die Männer wollen hier nicht gestört werden. Und sie werden schnell misstrauisch. Dass das hier kein Ort ist zum Verweilen und Plaudern, lassen sie die Menschen spüren.

Auch, wenn in Sichtweite sowohl eine Gruppe Sicherheitsleute als auch ein Mannschaftswagen der Polizei steht: Die Atmosphäre ist alles andere als angenehm. Scheint hier aber völlig normal zu sein.