Leider Alltag: Der Raucher in der S-Bahn

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Leider Alltag: Unschöne, skurrile, verrückte Situationen, die so in Berlin passiert sind. Ja, Berlin hat viele schöne Seiten. Aber zum Alltag gehören auch die anderen Erlebnisse, die wir in dieser Reihe schildern.

Es ist Abends. Gegenüber in der Mitte der Dreier-Sitze in der S-Bahn sitzt ein Mann Mitte Zwanzig. Reichlich Alkohol hat er schon getrunken. Die Vodka-Flasche in seiner Hand ist fast leer. Er starrt unentwegt in meine Richtung.

Er starrt immer intensiver und beginnt irgendwann zu winken. Genervt reagiere ich und er macht gestikulierend klar, dass er das Fenster über mir geöffnet haben möchte. Doch das mach ich nicht. Er kann das Fenster über sich aufmachen. Diese Antwort scheint ihm nicht zu passen.

Er holt eine Zigarette heraus, steckt sie sich in den Mund und zündet sie an. Mitten in der fahrenden S-Bahn. Ich spreche ihn darauf an. Wenn es uns störe, würde er sie ausmachen, sagt er scheinheilig grinsend. Kommunikation sei ja sehr wichtig. Tatsächlich macht er die Zigarette dann wieder aus.

Nachdem andere Betrunkene ihn zwischenzeitlich dazu ermunterten, noch mehr Alkohol zu trinken, kommt er wieder auf mich zurück. Er beginnt fragen zu stellen. Wie ich heiße, woher ich komme, wohin ich fahre, wo ich aussteige. Darauf bekommt er nur eine Antwort: Ich steige jetzt aus. Zum Glück gibt es in der S-Bahn ja mehrere Wagen.