Leider Alltag: Betrunkene rauchen unbehelligt im ICE

Lesezeit: 2 Minuten

Leider Alltag: Unschöne, skurrile, verrückte Situationen, die so in Berlin passiert sind. Ja, Berlin hat viele schöne Seiten. Aber zum Alltag gehören auch die anderen Erlebnisse, die wir in dieser Reihe schildern.

Der ICE ist nicht sehr voll, es ist abends und bald wird der Zug in Berlin ankommen. Drei Fahrgäste haben es aber offensichtlich etwas übertrieben. Sie sind betrunken und störten die Mitreisenden in ihrem Wagen so sehr, dass der Schaffner sie ganz ans Ende vom Zug verbannte. In das allerletzte Abteil.

Dorthin begleitet werden die Männer aber nicht. Und so pöbeln sie weiter auf Englisch, belästigen die Fahrgäste in der 1. Klasse. Dass sie rauchen wollen, kündigen sie auch schon an. Von Fahrgästen auf die pöbelnden Männer hingewiesen, sagt der Schaffner nur, ja die habe er halt nach hinten geschickt. Damit scheint das Thema für ihn erledigt und er wartet weiter auf sein Essen im Boardrestaurant.

Tatsächlich fangen die Männer im Abteil nun an ausführlich zu rauchen. Der Zigarettenrauch zieht durch den ganzen 1.-Klasse-Wagen. Kein Zugpersonal weit und breit in Sicht. Erst eine halbe Stunde später erscheint der Schaffner, um Süßigkeiten zu verteilen. Er bemerkt den Geruch und diskutiert ein paar Minuten mit den Störenfrieden.

Dann verlässt er gut gelaunt wieder den Wagen. Kein Wort zu den Fahrgästen, die im verqualmten Wagen ausharren. Die Störenfriede im letzten Abteil können unbehelligt bis zur Endstation mitfahren. Wie es den anderen Fahrgästen ging, scheint dem Personal völlig egal gewesen zu sein.

Ein Eindruck bleibt: Wer nur laut genug schreit, bekommt ein eigenes Zugabteil und kann dort ungestört tun was er will. Völlig egal, welche Vorschriften es eigentlich gibt.