“King of Spandau” – E-Sport bewegt wieder Menschen

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Wenn knapp 2000 Leute an einem Sonntag früh aufstehen und über eine Stunde bei knapp 30 Grad anstehen, dann muss es schon etwas Tolles geben. Zum Unverständnis einiger unbeteiligter Fußgänger, ging es hier allerdings nicht um ein Konzert, oder ein Festival, sondern um das von Freaks 4u veranstaltete E-Sport Event King of Spandau feat. Premier Tour Berlin. Gespielt wurde League of Legends und ich durfte live dabei sein.

Das jährlich stattfinde Turnier des King of Spandau fand am 29. Juli den Weg in die Arena Berlin. Zentriert ist die Veranstaltung um das Team des Spandauer Infernos, welches aus Community Sternchen, Ex Profispielern und Youtubern besteht. Aber auch die Casting Crew (Jargon für: Moderatoren) bestand aus Streamern und bekannten Community Leuten. Diese kommentierten das ganze Event auf Deutsch, während es unter anderem via Twitch.tv live ausgestrahlt wurde. Alles im Allem versprach es etwas Seltenes zu werden. Regionaler E-Sport, den die Leute tatsächlich sehen wollen.

 

Auf dem Event

Schon in der Schlange vor dem Eingang war die Aufregung deutlich zu spüren. Vor mir standen zwei Jungen, die nicht aufhören konnten über ihre Lieblingsmomente von verschiedenen Spielern zu sprechen. Einer der beiden zappelte trotz praller Sonne so stark, dass ihm bald das ganze Shirt am Körper klebte. Ihn schien die ganze Vorfreude so zu packen, dass ihm die Umstände nicht sonderlich interessierten. Nachdem wir uns bis zum Einlass gekämpft hatten, passierte schon das erste Erfreuliche an diesem Tag: Ich kam ohne Probleme durch die Presseanmeldung. Bei jedem vorherigen Event, welches ich am Presseeingang betrat, gab es Probleme. Doch hier schien alles komplett durchorganisiert gewesen zu sein.

In der Halle konnte man die Atmosphäre mit den Händen greifen. Die Leute hatten richtig Lust auf die Spiele und das ist etwas, was ich seit langem nicht mehr gesehen und gespürt habe. Nachdem der Host des Abends Hand of Blood (bgl. Maximilian Knabe), die Veranstaltung begann, war es wie eine Welle aus Freude und Aufregung. Man wurde einfach mitgerissen. Durch die auf jedem Platz gelegten zwei Bangsticks war eine gewisse Geräuschkulisse ebenfalls vorhanden. Neben mir saßen wieder zwei aufgeregte Menschen, diesmal Frauen, welche ein Schild mit der Aufschrift Sola (Ein Mitglied des Spandauer Infernos) ich will ein Kind von dir hin und her tauschten.

Auch ich konnte mich kaum noch auf dem Sitz halten. Bei jedem Moment in dem es etwas lauter wurde, bemerkte ich, wie ich selbst fast brüllend mitjubelte. Die Stärke dieser Veranstaltung kam dann zum Vorschein, als die Pause zwischen dem ersten und dem zweiten Spiel begann. Das ist normalerweise der Punkt, an dem andere regionale Produktionen scheitern, aber hier wurde etwas auf der Bühne gemacht und die Pause relativ kurz gehalten, sodass man das Gefühl der Langeweile nicht zu spüren bekam.

Das Ende des King of Spandau fühlte sich für mich tatsächlich traurig an. Ein Gefühl, was ich im Bezug auf E-Sports schon lange nicht mehr hatte. Das folgende Event konnte ich nicht bis zum Ende mitverfolgen, da ich aus gesundheitlichen Gründen die Halle verlassen musste, aber was ich sah, war vergleichbar mit dem ersten Teil der Show.

 

Abschließende Worte

Wer sich in der E-Sport Szene von League of Legends (kurz LOL) auskennt, der wird wissen, dass es trotz der wöchentlich in Adlershof stattfindenden LCS (League Championship Series), ein klares Unterangebot an regionalen Events gibt. Während in der LCS Profi-Spieler, vergleichbar mit der Bundesliga, auf Europaebene wöchentlich ihre Leistung bringen müssen, beschränken sich regionale Events oft auf Nachwuchstalente. Spürbarer Nachteil ist die Motivation der Zuschauer zu diesen Events zu gehen. Der hohe Fokus auf das Spielgeschehen, sorgt bei vielen Zuschauern in der Regel nach den ersten Pausen schnell für Langeweile. Beim King of Spandau Finale wurde ein anderer Ansatz gewählt und dieser hat voll ins Schwarze getroffen.

Das Event hat den typischen Spielcharakter mit Showelementen verbunden und es so geschafft, Fans der Community wieder zu dem zu machen, was sie eigentlich immer auch sein sollten. E-Sport Fans.