Journalismus: Fehler sind keine Fake-News!

Fake News
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Spätestens seit Donald Trump US-Präsident ist, ist „Fake-News“ zum wahrscheinlich meistverwendeten Wort im Medienbereich geworden. Meistgenutzt, aber meist zu unrecht. Inzwischen ist alles Fake-News. Vom ursprünglichen Begriff ist kaum noch etwas übrig.

Denn Fake-News stand ursprünglich für absichtlich verzerrte bzw falsche Berichte, mit der Absicht, politischen Einfluss zu nehmen. Das häufigste Ziel: Die etablierte Politik- und Medienlandschaft zu diskreditieren, und vor allem auch Stimmung gegen Asylbewerber und Migranten zu machen.

Was aber doch (in der Regel) keine Fake-News sind: Fehlerhafte Fakten, verbreitet von Journalisten. Wenn in einem Zeitungsartikel oder TV-Bericht falsche Informationen verbreitet werden, sind das lediglich Fehler. Und Fehler passieren. Fake-News passieren nicht. Fake-News sind berechnet, geplant, und verfolgen ein klares Ziel.

Fake-News müssen bekämpft werden, fehlerhafte Berichte müssen minimiert und berichtigt werden. Journalisten machen unvermeidbar auch Fehler. Wer Fake-News verbreitet, kann aber in logischer Schlussfolgerung kein Journalist sein. Denn Journalisten sind der Wahrheit und den Fakten verpflichtet.

Wir sollten aufhören uns gegenseitig der Fake-News zu bezichtigen und endlich wieder auf den sprachlichen Boden der Tatsachen zurückkommen. Denn sonst schadet das allen echten Journalisten und relativiert die wirklichen Fake-News. Und auf ein neues Wort für Fake-News, das andernfalls irgendwann unvermeidbar wäre, hat sicher niemand Lust.