Gut zu wissen: Wie setzt sich der Benzinpreis zusammen?

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Das Jahr hat so schön mit einem durchschnittlichen Benzinpreis von 136,84 Cent angefangen. Natürlich kennt man vom letzten Jahr einen noch billigeren Preis im 120er Cent-Bereich. Nichtsdestotrotz müsste auch dem letzten Autofahrer inzwischen aufgefallen sein, dass man in den letzten zwei Monaten selten unter 1,40€ tanken konnte. Da ist die Frage, was den Benzinpreis so teuer macht, durchaus berechtigt.

Steuer, Steuern, gesteuert

In Deutschland sind 2017 rund 2,2 Millionen Tonnen Erdöl gefördert worden. Etwa 120 Millionen Tonnen wurden allerdings im selben Jahr verbraucht. Weil Deutschland nun einmal kein Ölparadies ist, muss der benötigte Rohstoff importiert werden. Hier kommt der Produkteinstandspreis ins Spiel. Das ist nämlich der Preis, zudem die Ware importiert wird. Er richtet sich nach den internationalen Ölmärkten – Deutschland will schließlich nicht als einziges Land Erdöl bekommen.

Beim Tanken bezahlen wir auch die Deckungskosten für Ölkonzerne. Sie sollen die Kosten und den Gewinn der Konzerne abdecken. Mit einem halben Cent enthalten ist in den Deckungskosten auch der gesetzliche Bevorratungsverband enthalten. Im Falle einer Krise sichert er einen Ölvorrat, der 90 Tage reichen soll.

Die frühere Mineralölsteuer ist inzwischen zur Energiesteuer geworden. Der Staat besteuert die Kraftstoffe unterschiedlich. Umweltfreundlichere Energieträger sind demnach günstiger. Rund 9 Cent pro Liter (ca. 18 ct/kg) zahlen wir für Erdgas oder Autogas (Flüssiggas), während wir bei Benzin schon bei 65,45 Cent pro Liter sind. Diesel wird übrigens mit 47,04 Cent pro Liter versteuert.

Nicht außer Acht zu lassen, ist die Mehrwertsteuer mit ihren allseits bekannten 19 Prozent. Sie wird auf Warenpreis und Energiesteuer erhoben. Wir zahlen praktisch Steuern auf Steuern.

Prozentual zahlen wir beim Benzin circa 62% Steuern, während die restlichen 38% durch Angebot und Nachfrage, Wechselkurse und internationale Ölmarktwirtschaft ständig variieren können.

Prognose: Der Benzinpreis wird weiter steigen

Fakt 1: Erdöl ist ein fossiler Brennstoff und tritt damit begrenzt auf der Welt auf.

Fakt 2: Deutschlands Erdölförderung beläuft noch auf etwa 28,3 Millionen Tonnen.

Resultat: In ein paar Jahren haben wir auch die letzten Erdölvorkommen in Deutschland gefördert. Wenn nicht zufällig auf eine ergiebige Quelle getroffen wird, hat es sich in ca. 10 Jahren ausgeölt. Dann sind wir zu 100% auf Ölimporte angewiesen – nicht mehr zu knapp 98%. Dementsprechend wird der Produkteinstandspreis hochschnellen, da nicht nur unser Öl knapper wird. Das wiederum ist eine Steilvorlage für Ölkonzerne, ihre Deckungskosten zu erhöhen, da sie sich auch finanziell absichern müssen. Eine Steuererhöhung dagegen ist eher unwahrscheinlich, da der Steueranteil am Spritpreis laut Bundesfinanzministerium sogar gesunken sein soll.

Wichtig bei dieser laienhaften Prognose: Es sind längst nicht alle Fakten und Eventualitäten, die im Benzinpreis eine Rolle spielen, mit einbezogen worden!