Wer bringt die Geschenke: Christkind oder Weihnachtsmann?

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Jetzt ist es wieder soweit: Weihnachten steht vor der Tür. Mit einem großen Schlitten, gezogen von Rentieren, kommt der Weihnachtsmann angeflogen. Immer dabei einen Sack voller Geschenke. Auch in Kaufhäusern können Kinder dem Weihnachtsmann von ihren Wünschen erzählen. In anderen Haushalten kommt das Christkind am Heiligabend in die Wohnungen und verteilt unter dem Tannenbaum die bunten Geschenke. Alle Jahre wieder tobt in Deutschland vor Weihnachten ein Glaubenskrieg: Bringt jetzt das Christkind oder der Weihnachtsmann die Geschenke?

Jede Familie hat ihre eigenen Weihnachtsrituale. Entweder bringt das Christkind oder der Weihnachtsmann die Geschenke. Es gilt: entweder oder. Beides geht nicht.

Eine geografische Grenze zwischen Christkind und Weihnachtsmann kann man nicht eindeutig ziehen. Trotzdem lassen sich regionale Befindlichkeiten sehr wohl einordnen. Demnach soll das Christkind in West-, Südwest- und Süddeutschland die Kinder am 24. Dezember bescheren, während der Weihnachtsmann mit seinen Geschenken durch das mittel-, nord- und ostdeutsche Land zieht.

Immerhin herrscht bundesweit Einigkeit, dass die Bescherung am Abend des 24. Dezember vollzogen wird. Anders ist es z.B. in Großbritannien und in Spanien. In Großbritannien dürfen Geschenke erst am Morgen des 1. Weihnachtsfeiertages ausgepackt werden. In Spanien hingegen müssen sich die Kinder traditionell sogar bis zum 6. Januar gedulden.

Wer erfand Christkind und Weihnachtsmann?

Im Mittelalter wurden die Kinder am Nikolaustag (6. Dezember) oder am Tag der unschuldigen Kinder (28. Dezember) beschenkt. Die Bescherung am Heiligabend bzw. am ersten Weihnachtsfeiertag gab es damals noch nicht. In Ablehnung der Heiligenverehrung bestanden die Protestanten darauf, nicht am Todestag des heiligen Nikolaus, sondern nur am Heiligen Abend Geschenke zu verteilen. Im 16. Jahrhundert ersetzte man den Nikolaus durch den „heiligen Christ“ und verlegte damit die Beschenkung auf den 25. Dezember. Die Geschichte vom Christkind kam mit hoher Wahrscheinlichkeit von Martin Luther.

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es den Weihnachtsmann in blauen, goldenen oder roten Mantel. Auch seine Größe schwankte. Durch die Weihnachtswerbung der Firma Coca-Cola änderte sich das Aussehen des Weihnachtsmannes und zwar so wie wir ihn heute kennen. Der schwedische Maler Haddon Sundblom verpasste dem Weihnachtsmann einen roten Kapuzenmantel mit weißem Pelzbesatz nebst Pausbacken und Rauschebart.

Egal ob das Christkind oder der Weihnachtsmann zu uns nach Hause kommt und die Geschenke unter den Baum legt, Weihnachten bleibt das Fest der Liebe, das wir mit unserer Familie und unseren engsten Freunden zusammen feiern.