Gut zu wissen: Was ist Esperanto?

Lesezeit: 2 Minuten

Wäre es nicht wünschenswert eine leicht erlernbare und neutrale Sprache zu können? Eine Sprache, die keinem Muttersprachler einen Vorteil gibt und die überall auf der Welt verständlich ist? So unmöglich ist das gar nicht, denn diese Sprache gibt es: Esperanto nennt sie sich, nur kennen beziehungsweise können sie nur wenige Menschen.

Beginnen wir am Anfang: 1887 veröffentlichte der Augenarzt Ludwik Lejzer Zamenhof unter dem Pseudonym Doktoro Esperanto (“Doktor Hoffender”) die heute noch gültigen Grundlagen für die Sprache. Zamenhof formulierte drei Grundsätze: Seine Sprache musste leicht erlernbar sein, also auch einfach struktiert in der Grammatik. Sie soll von Vornherein zum internationalen Austausch dienen, also über gesprochen und verstanden werden können. Außerdem diene sie dazu, die Gleichgültigkeit der Welt zu überwinden. Die erste Broschüre der Unua Libro, des Regelwerkes der Sprache,  umfasste 40 Seiten im Format A5. Im sechsseitigen Grammatikteil gab es 16 Regeln.

Esperanto ist in keinem Land Amtssprache

Esperanto ist eine konstruierte Sprache, eine sogenannte Plansprache. Das macht sie zu einer Sprache, die weltoffen ist. Ihre Vokabeln stammen aus dem Romanischen und Germanischen, die Grammtik eher aus dem slawischen Sprachraum. Schätzungen zufolge sprechen heute zwischen 100.000 und einer Million Menschen Esperanto. Dieser Ungenauigkeit liegt zugrunde, dass verschiedene Angaben sich auf unterschiedliche Niveaus der Sprachbeherrschung und -nutzung beziehen.

In circa 120 Ländern weltweit ist Esperanto verbreitet. Hauptsächlich aber wird die Sprache in Europa, Nordamerika, Asien und in großen Teilen Südamerikas registriert. Jährlich erscheinen etwa 400 Bücher in der Sprache. Außerdem gibt es regelmäßig erscheinende Zeitschriften aber auch Esperanto-Musikgruppen. Die Esperanto-Version von Wikipedia hat ungefähr genauso viele Artikel wie die dänische oder arabische Version. Wer das Computerspiele-Museum in Berlin besucht, kann sich sogar auf Esperanto herumführen lassen. Und eine eigene Flagge hat die Plansprache auch noch: die hat in der linken Ecke ein weißes Quadrat mit einem grünem Stern in der Mitte und ist ansonsten rundum grün.