Gut zu wissen: Wann sind unsere Organe am Aktivsten?

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Nach dem feiertagsstarken Dezember ist der Trend großgeworden, den Januar etwas ruhiger und gesünder anzugehen. Manchen Menschen reicht, auf Alkohol zu verzichten, andere machen Diät, eine Stoffwechselkur oder probieren eine Ernährungsumstellung. Ganz gleich, um was für eine Form von Ernährung es sich wann handeln mag, kann es nicht schaden zu wissen, wann unsere Organe am besten arbeiten.

Die Organuhr

Dass sich in Asien – insbesondere in China – schon früher sehr viel mit Medizin, dem Zusammenspiel aus Körper und Geist sowie menschlichen Zyklen auseinandergesetzt wurde, sollte allgemein bekannt sein. Somit ist es wenig verwunderlich, dass die traditionell chinesische Medizin eine Lehre über die sogenannte Organuhr begründet hat. Der Organuhr nach, hat jedes Organ seine eigene Maximalzeit am Tag. In dieser zweistündigen Phase sollen Arzneimittel und Therapien für das betreffende Organ auch am Besten wirken.

Die Uhr funktioniert wie folgt:

1 – 3 Uhr: Die Leber hat ihre Hochphase. Sie ist das einzige Organ unseres Körpers, das seine Zellmasse innerhalb weniger Wochen regenerieren kann. Das macht unsere Leber allerdings nur nachts. Dementsprechend sollten Schadstoffe wie Alkohol und Nikotin während dieser Phase vermieden werden, um nicht noch stärkere Schäden zu verursachen. Auch ein nächtlicher Snack sollte ausfallen, denn der Dünndarm befindet sich in seiner Ruhephase.

3 – 5 Uhr: In dieser Zeit reinigt sich unsere Lunge, weswegen empfohlen wird, mit offenem Fenster zu schlafen oder vor dem Schlafen gut durchzulüften. Das unterstützt die Lunge bei ihrer Arbeit. Für alle Frühaufsteher: Ein Spaziergang zwischen 3 und 7 Uhr ist nicht nur wohltuend für die Lunge, sondern macht auch fit für den Tag. Auf übermäßigen Wasserkonsum sollte zu in der Hochphase der Lunge allerdings verzichtet werden, um der ruhenden Blase keine Arbeit zu machen.

5 – 7 Uhr: Wenn es nicht der Wecker ist, dann ist es das Hormon Kortisol, das uns langsam aufwachen lässt. Nicht nur unser Kopf wird wach, auch der Dickdarm fängt an zu arbeiten. Mit einem Glas lauwarmen Wasser und einem Schuss Zitronensaft kann man ihn dabei unterstützen und die Verdauung anregen. Bei Wasser bleibt es dann im Optimalfall, um die Nieren nicht aus ihrer Ruhephase zu befördern.

7 – 9 Uhr: Laut Traditioneller Chinesischer Medizin ist das die beste Zeit zum Frühstücken. Am Besten auch noch etwas Warmes, denn das soll besonders schonend sein und regt auf natürliche Weise die Verdauung an. Unser Magen ist nun nämlich voll einsatzfähig und bereit, die ersten wichtigen Nährstoffe aufzunehmen. Das Perikard (Kreislauf) ist dagegen in seiner Ruhephase.

9 – 11 Uhr: Unsere Denkleistung läuft auf Hochtouren; genau wie die Milz. Nach TCM ist sie der Energieproduzent schlechthin und somit eines der wichtigsten Organe. Deswegen wird sie auch als die Mitte angesehen. Unsere Körpertemperatur erreicht nun ihr Maximum und weil die Milz fleißig weiße Blutkörperchen produziert, ist unser Körper dazu auch noch widerstandsfähig. Der Dreifache Erwärmer dagegen gönnt sich eine Pause.

11 – 13 Uhr: „Herzenszeit“ ist angesagt. Für unser emotionales Gleichgewicht und ein kontrolliertes Kreislaufsystem sorg unser Herz; genauer gesagt: der Herzmeridian. Ein Mittagessen mit Freunden ist dabei klein schlechtes Beispiel. Man tankt nicht nur Energie, sondern auch Freude. Stress und übermäßig fettes Essen (vor allem Transfette) sollten jedoch vermieden werden. In dieser Zeit befindet sich die Gallenblase nämlich in der Ruhephase.

13 – 15 Uhr: Viele werden das Gefühl der Antriebslosigkeit am frühen Nachmittag kennen: das Mittagstief. Das rührt von der Hochphase des Dünndarms. Dieser suggeriert uns, dass ein Mittagschläfchen ihn bei seiner Regeneration unterstützen würde. Nahrung einzunehmen, empfiehlt sich in dieser Phase weniger, damit der Dünndarm sich voll und ganz auf die Verdauung und die Verwertung der Nährstoffe konzentrieren kann. Die Leber befindet sich nun, zwölf Stunden nach ihrer Hochphase, in der Ruhephase. Auf Medikamente, Alkohol und alles, was der Leber nicht gut tut, sollte verzichtet werden.

15 – 17 Uhr: Das Mittagstief ist überwunden und die Energie aufgeladen. Diese Zeit ist ideal für Sport, da nicht nur die Konzentration, sondern auch die Leistungsfähigkeit wiederhergestellt ist. Unsere Blase ist nun in ihrer Hochphase. Viel Wasser und/oder ungesüßten Tee zu trinken, empfiehlt sich hier, um Altlasten aus dem Körper zu spülen. Unsere Lunge dagegen befindet sich nun in der Ruhephase.

17 – 19 Uhr: Der Körper fährt nun langsam runter und bereitet sich allmählich auf den Schlaf vor. Mit der übrigen Energie sollte nun sorgsam umgegangen werden, um die Nieren zu unterstützen. Sie sind laut TCM für die Regulierung des Energiehaushaltes und auch für die Sexualfunktion zuständig. Um es den Nieren nicht schwer zu machen, bietet sich an, das Arbeitspensum herunterzufahren und sich entspannteren Dingen und einem ausgewogenem Abendbrot zu widmen. Der Dickdarm dagegen ist nun in seiner Ruhephasen.

19 – 21 Uhr: Die Traditionelle Chinesische Medizin meint mit Kreislauf den Puls und den Blutdruck. Während dieser Zeit senkt sich beides; der Körper geht in den Ruhemodus. Das Perikard beschützt die Herzensenergie. Wohltuend sollen nun wieder Zeit mit Familie und Freunden sein. Da der Magen nun seine Ruhephase hat, sollte die Nahrung vor 19 Uhr eingenommen werden.

21 – 23 Uhr: Der Dreifache Erwärmer ist kein Organ, er koordiniert in der TCM allerdings die Energiekreisläufe untereinander und das ungehinderte Fließen der Lebensenergie (qi). Er sorgt für einen harmonischen Ablauf der Organfunktionen. Die Ruhephase des Körpers und der Milz ist allmählich eingekehrt. Licht sollte gedimmt und elektronische Geräte möglichst ausgeschaltet werden, um dem Körper seine Ruhe zu gönnen.

23 – 1 Uhr: Die Gallenblase hat nun ihre Hochphase. Sie unterstützt laut TCM die Leber bei der Entgiftung. Frische Luft und erholsamer Schlaf helfen dabei, die Funktion der Gallenblase zu optimieren. Das Herz ist nun in der Ruhephase.

Was bringt die Organuhr?

Der Ansatz der TCM besagt, dass uns eine Lebensenergie (qi) auf unsichtbaren Leitbahnen (Meridianen) durchströmt. Einem Organ sind jeweils die Hauptmeridiane zugeordnet. Alle zwei Stunden wird ein Organ durch ein Meridian besonders gut mit Energie versorgt. Dieses Organ befindet sich dann in der Hochphase. Zwölf Stunden später befindet es sich dann in der Tiefphase.

Laut Traditioneller Chinesischer Medizin können wir unsere Organe bestmöglich unterstützen, wenn wir im Einklang mit unserer Lebensenergie sind. Dieser Einklang durch die Einhaltung der jeweiligen Hoch- und Tiefphasen der Organuhr soll auch dabei helfen, Krankheiten besser vorzubeugen und z.B. Schlafstörungen entgegen zu wirken.

Die Organuhr bietet natürlich nur eine Orientierung, seine körperlichen und psychischen Bedingungen zu verbessern. Es bleibt letztendlich jedem selbst überlassen, ob und wie sehr man sich daran hält oder halten möchte. Gerade im Familien- oder Arbeitsalltag ist es nämlich nicht immer möglich, der Organuhr zu entsprechen.