Grüne Woche 2018 – Das Essen von morgen

Die Internationale Grüne Woche 2018 ist in vollem Gange. Vor einer Woche wurde sie mit rund 3.600 Ehrengästen feierlich eröffnet. Partnerland ist dieses Jahr Bulgarien. Zum ersten Mal ist auch Katar vertreten. Insgesamt nehmen rund 1.660 Aussteller aus 66 Ländern teil.

Über 70 Agrarminister trafen sich am Samstag beim „10. Global Forum for Food and Agriculture“ im Rahmen der Messe. Inhaltlicher Schwerpunkt war die Tierhaltung der Zukunft. „Landwirtschaft ist kein Selbstzweck, sondern Ernährungssicherung“, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt auf der Eröffnungsfeier am 18. Januar. Landwirtschaft diene der Pflege unserer Kulturlandschaft und gehöre in die Mitte der Gesellschaft.

Eröffnungsfeier der Internationalen Grünen Woche 2018 (Foto: Messe Berlin GmbHFoto: Messe Berlin GmbH
Eröffnungsfeier der Internationalen Grünen Woche 2018 (Foto: Messe Berlin GmbH)

„Wir sind hier Landwirte und nicht Politiker“, betonte Russlands Vizeminister Eugeny Gromyko. Auch sein Land ist auf der Grünen Woche wieder vertreten.

Das Essen von morgen: Insektenburger und Kaffee aus der Dose

„Die Zukunft schmeckt unter anderem nach Insekten“, verrät Manon Struck-Pacyna vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde. Einer der aktuellen Foodtrends sind Insektenburger. Die alternative Proteinquellen werden auch bei uns immer beliebter. Verarbeitet wird hier der Buffalowurm. „Ursprünglich kommt der aus Nordafrika“, erzählt David Quitmann von Bugfoundation im BEnow-Interview. Zum Burger gibt es Barbecue- oder Pfeffersoße. Aber auch Kaffee aus der Dose oder Pommes am Stiel können von den Besuchern probiert werden.

InsektenburgerFoto: BEnow
Sieht aus wie ein ganz normaler Burger: Hier werden die Insekten-Pattys zubereitet

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft möchte auf der Messe über Fisch und Meeresfrüchte aufklären. Sie wollen Lebensmittelfälschungen mit einem neuen DNA-Schnelltest bekämpfen. Damit kann Fisch innerhalb kürzester Zeit auf Echtheit geprüft werden. Das kommt auch Allergikern zu Gute.

Auch das Tierwohl wird auf der Grünen Woche betont. Bisher wurden Eber als kleine Ferkel kastriert, um einen später unangenehmen Duft der Pheromone zu verhindern. Doch ohne Betäubung. Das Unternehmen Zoetis hat jetzt eine Impfung entwickelt, die den Geruch unterbindet und so die Kastration überflüssig macht.

Andreas Kracke mit BEnow-Reporterin Fatema SultaniFoto: BEnow
Andreas Kracke von Zoetis im Interview mit BEnow-Reporterin Fatema Sultani

Die Impfung wird einige Wochen vor der Schlachtung vorgenommen und hat keinen langfristig bleibenden Effekt, sollte das Tier doch nicht geschlachtet werden. Da das Medikament verschreibungspflichtig ist, wird es nicht direkt an die Landwirte verkauft. „Unser Kunde ist der Tierarzt“, sagt Andreas Kracke von Zoetis Deutschland zu BEnow.

Bio liegt im Trend

Auch Bio wird dieses Jahr ganz großgeschrieben. Eine ganze Halle widmet sich Bio-Essen. Ganz vorne mit dabei ist dort Österreich. Österreichs Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, Elisabeth Köstinger: „Wir sind das Bioland Nummer eins.“ Auch die Deutschen hätten großes Interesse an Bioprodukten aus Österreich.

Grüne Woche SüßigkeitenFoto: BEnow
Ganz viel Süßes: Leckerein aus aller Welt können hier gekauft werden

Die Fleischerei Reinert präsentiert Wurst aus antibiotikafreier Schweineaufzucht. Das Pilotprojekt wird in Zusammenarbeit mit dem dänischen Fleischproduzenten Danish Crown realisiert. Die ersten Produkte wollen sie im Juni 2018 in Deutschland auf den Markt bringen.

Essen wird zum Statement der Persönlichkeit

Auch Nestlé ist auf der Messe mit dabei. Der weltgrößte Lebensmittelhersteller ist sich sicher, dass in der Zukunft Essen noch mehr ein Statement der Persönlichkeit werden wird. Nachhaltigkeit, Information, Gesundheit und Vernetzung würden daher immer wichtiger werden.

Grüne Woche PferdFoto: BEnow
Auch lebende Tiere gibt es auf der Messe zu sehen

Für den deutschen Markt fordert Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes stabile Preise. Besonders Preise bei Schweinen, Milch und Getreide stünden unter Druck. Dennoch erwartet die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie im Rückblick für 2017 Rekordumsätze: „Nach ersten Schätzungen konnte der Umsatz um 5,7 Prozent auf 181 Milliarden Euro gesteigert werden“, so Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. Gleichzeitig forderte er mehr Anerkennung durch die Politik.

Grüne Woche BlumenhalleFoto: Benow
Hier wirds bunt: 6.000 m² umfasst die diesjährige Blumenhalle

Eine Tageskarte der Messe kostet für Erwachsene dieses Jahr 15 Euro. Damit hat sich der Ticketpreis im Vergleich zum Vorjahr um einen Euro erhöht. Noch bis zum 28. Januar ist die Grüne Woche in den Messehallen Berlin für Besucher geöffnet.