Google Brain: Der Datenschutz hat ein Problem

Kommentar
Lesezeit: 2 Minuten

Googles Forschungsteam hat kürzlich eine Software vorgestellt, die verpixelte Bilder scharf rechnet. Genauso, wie man es schon lange aus Filmen kennt.

Ein Klick, und aus einem niedrig-auflösenden Bild wird ein hochauflösendes, schönes Foto. Ein Klick, und jegliche Pixel werden in kleinere, detailliertere Pixel aufgelöst. Zumindest in der Theorie. Ein Traum für Ermittlungsbehörden, die sich bisher mit unscharfen Überwachungsvideos herumplagen müssen. Ein Albtraum für alle Datenschützer.

Noch ist die Trefferquote verhältnismäßig gering. Dennoch sind die Ergebnisse beeindruckend. Und besorgniserregend. Es entstehen ganz neue Probleme in der ohnehin schon langen Liste der ungeklärten Datenschutz-Fragen. Ist es so z.B. nur eine Frage der Zeit, bis jegliche Verfremdung in den Medien rückgängig gemacht werden kann?

Gesichter in Medienberichten zu verpixeln ist schon lange Standard. Geschützt werden so nicht nur Opfer und Täter bei Straftaten sowie unbeteiligte abgebildete Personen, sondern auch Informanten. Bisher galt die Methode als ausreichend zuverlässig.

Das könnte sich nun ändern. Auch, wenn man darauf eigentlich schon länger hätte kommen können. Wird doch seit langem an der nachträglichen Verbesserung von Bildmaterial geforscht. Vielleicht war man einfach zu unbedarft.

Jetzt ist es höchste Zeit für die Medien sich einen Ausweg zu überlegen. An den bereits publizierten Beiträgen wird sich kaum effektiv etwas ändern lassen. Doch für die Zukunft muss eine neue, zuverlässigere Methode der Verfremdung her.

Auch wenn Googles Software in den nächsten Jahren noch keine Wunder bewirken wird: Wir müssen aus der Vergangenheit lernen. Der technische Fortschritt ist nicht vorhersehbar. Wir müssen auf möglichst vieles vorbereitet sein. Und das heißt, wir müssen uns jetzt Gedanken machen und neue Lösungen entwickeln.