Für Europa! – Pro-Europa Bewegungen

Gerade in Zeiten des Brexits und des Rechtspopulismus werden die Stimmen der Befürworter der Europäischen Union vereinzelt lauter. Diejenigen, die den europäischen Gedanken bedroht sehen, finden ihre Mittel und Wege, ihre jeweiligen Nationen aufzuklären und in ihre Gemeinschaft zu integrieren.

In Deutschland (BRD) gründete sich am 13. Juni 1949 nach dem Zweiten Weltkrieg der „Deutsche Rat der Europäischen Bewegung“ in Wiesbaden. In den ersten Monaten wurde die Europäische Bewegung Deutschland (EBD; https://www.netzwerk-ebd.de/) durch Zuschüsse der Länder und ab 1950 aus Geldern des Bundeskanzleramts und öffentlichen Mitteln finanziert.

Kernpunkt dieser Bewegung war die Förderung der europäischen Integration, die durch den Erfolg der Römischen Verträge einen großen Schritt in die gewünschte Richtung machte. Über die Jahre hinweg bildeten sich im EBD viele verschiedene Arbeitsbereiche: Es fügten sich Arbeitsgruppen zu europapolitischen Themen zusammen, Komitees für die Organisation und Durchführung von Seminaren und öffentlichen Veranstaltungen wurden eingerichtet und der Dialog zwischen der Zivilgesellschaft und den politischen Institutionen geschaffen. Zudem soll durch Information- und Bildungsarbeit die europäische Integration gefördert werden.

Auch junge Menschen zeigten bereits im September 1949 den Tatendrang, aktiv die Einigung Europas voranzubringen, was auch nicht zuletzt ihrer Unzufriedenheit der Arbeitsweise der Erwachsenenorganisation der Föderalisten in Deutschland geschuldet war. Der Bund Europäischer Jugend (BEJ) – heute Junge Europäische Föderalisten (JEF, https://www.jef.de/) wurde ins Leben gerufen. In Kooperation mit anderen Organisationen – darunter auch der EBD – unterstützten sie die Forderung nach einem international zu schließendem Vertrag und machten ihre Standpunkte durch das Zersägen von Schlagbäumen an Grenzorten und dem dortigen Aufstellen von Schildern klar. Auch heute bleibt der Gedanke an ein Europa ohne Grenzen in der JEF verankert, doch dazu gesellten sich die Friedenserhaltung, Stärkung der Demokratie und Partizipation.

„Laut und sichtbar sein“ ist die Methode von Pulse of Europe (PoE; https://pulseofeurope.eu/de/), die ebenfalls vorsieht, ein öffentliches Mikrophon aufzustellen, wenn man sich am ersten Sonntag eines Monats auf einem zentralen Platz trifft. Ebenfalls gibt es Buttons, Flyer, die Europahymne, Spendenaufrufe und Flaggen, die geschwungen werden. Die erst 2016 in Frankfurt am Main gegründete Bürgerinitiative möchte die Menschen, die an den europäischen Gedanken glauben, zusammenbringen und gemeinsam mit ihnen aktiv den politischen Diskurs, das Demokratieverständnis und europapolitische Probleme thematisieren. Diese Bewegung gründet sich allein auf den Schultern der Zivilgesellschaft und hat in diesem Sinne auch nicht die Intention, parteiliche Ziele zu verfolgen.

Diese drei Beispiele sind längst nicht alle Möglichkeiten, sich aktiv und problemorientiert mit Europa und der Europäischen Union auseinanderzusetzen. Es gibt weitere Parteien, Bürgerinitiativen und Vereine, die sich für die Erhaltung europäischer Werte und Einstellungen einsetzen und gleichzeitig die Mängel auf politischer wie wirtschaftlicher Ebene hervorheben und diskutieren und so lange diese Möglichkeiten des Austausches bestehen, haben Europa und die Europäische Union immer noch die Chance sich zur Zufriedenheit der Gesellschaft zu entwickeln.