Filmkritik: Willkommen in Marwen – Lohnt sich der Film?

Lesezeit: 2 Minuten

Willkommen in Marwen – wer diesen Film anschaut, denkt zuerst wirklich, er sitze im falschen Film. Das könnte zumindest auf die Zuschauer zutreffen, die sich vorher noch nicht mit der Handlung beschäftigt haben. Doch aufstehen und gehen, sollte man lieber nicht. Denn der Film hat einiges zu bieten.

“Willkommen in Marwen”, begrüßt direkt am Anfang ein Ortschild. Willkommen auch im Zweiten Weltkrieg. Es finden dramatische Feuergefechte zwischen (animierten) Soldaten statt. Alles Teil einer Miniaturwelt vom Maler Mark Hogenkamp (Steve Carelll). Der hat Dramatisches erlebt: Er wurde eines Abends von fünf Nazis zusammengeschlagen, lag tagelang im Koma. Danach ist für ihn alles anders. Er muss alles neu erlernen, vom Schreiben, über das Gehen bis hin zum Essen. Und: Er hat jegliche Erinnerungen an die Zeit vor dem Angriff verloren.

Sich wieder ein normales Leben aufzubauen ist für Mark kaum möglich. Er braucht Betreuung, nimmt Medikamente, bekommt immer wieder Panikattacken. Er flüchtet sich in seine Miniaturwelt, die Stadt Marwen. Er kopiert viele seiner Figuren von echten Menschen aus seinem Leben. Gute Freunde ebenso wie die gefürchteten Schläger. Die große Aufgabe für Mark: Sein Leben in den Griff bekommen, den Prozess gegen seine Angreifer überstehen und dann irgendwann alles hinter sich lassen.

Der Film, der auf einer wahren Geschichte beruht, lohnt sich in jedem Fall. Er ist unfreiwillig komisch, immer wieder überraschend unerwartet, manchmal ordentlich verrückt. Doch das wichtigste: Er ist wirklich wertvoll. Er bringt die Zuschauer zum Nachdenken, verdeutlicht die Seite des Opfers so bewegend und eindrücklich, wie es anders kaum möglich ist.

Es ist ein Film, bei dem man sich für manchen Lacher schämen kann. Und am Ende mit dem Gefühl rausgeht, etwas gelernt zu haben. An “Willkommen in Marwen” führt diesen Frühling kein Weg vorbei. Und nicht nur Erwachsene sollten diese etwas anderen Perspektiven und Eindrücke erleben: Auch für die Jugend ist dieser Film ein klares Muss.

Kinostart ist der 28. März 2019