Die “Lügenpresse” – Über die Wahrheit im Journalismus

Falschmeldung
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Von JAQUELINE KALDEWEY, LISA-MARIE POHLMANN und FATEMA SULTANI

Die vierte Gewalt – der Journalismus. Ein Machtinstrument sondergleichen. Mit Verantwortungsbewusstsein sollten sich Journalisten der Wahrheitssuche verschreiben, um ihrem Publikum zur Meinungsbildung zu verhelfen. Wer an dieser Stelle nachlässig ist, der verliert an Glaubwürdigkeit. Doch wo fängt Wahrheit an und wo hört sie auf?

Von Wahrheit zu sprechen kann sehr heikel werden, da es keine absolute und allgemeingültige Wahrheit gibt. Vielmehr umfasst der Begriff im heutigen Gebrauch die ganze Masse subjektiver Wahrnehmung einer reellen Wirklichkeit oder eine einheitliche, als richtig anerkannte, Erkenntnis.

In diesem Sinne ist es für Journalisten eine Herausforderung den Grad zwischen subjektiver Ansichtsweise und möglichst objektiver Wiedergabe zu finden. Nicht umsonst heißt es heute „Lügenpresse“ oder Fake-News. Vorwürfe gegen Journalisten, die sie der Unwahrheit bezichtigen, sind rufschädigend. Und wer in diesem Beruf an Glaubwürdigkeit verliert, der wird auf dem Markt kaum mehr Möglichkeiten haben.

Das Problem ist, dass in der Gesellschaft inzwischen der Grundgedanke verankert ist, dass Journalisten nicht ehrlich sind. Doch Journalisten sind auch nur Menschen und Menschen machen Fehler. Genau das ist der Knackpunkt, der in den Köpfen der Gesellschaft ankommen sollte. Denn Ärzte können auch krank werden und Köche lassen auch mal etwas anbrennen. Letztendlich ist die Aufgabe eines Journalisten, aufzuklären und den Menschen dazu zu verhelfen, sich eine Meinung zu bilden.

Als Journalist ist es ebenso wichtig eine gewisse Haltung einzunehmen und diese auch zu äußern. Hierbei Lügen zu unterstellen ist vermessen, da beides in keinem Zusammenhang steht. Ebenso muss unterschieden werden, was wirklich Lüge und was lediglich eine Vermutung ist. Vorschnelles urteilen bringt nichts. Das ist in der heutigen Medienkultur vielleicht ein Punkt, in dem tatsächlich ein Fehler gesehen werden kann. Aber mit Fehlern muss man als Journalist lernen umzugehen, sie zu benennen und zu korrigieren. So funktionieren Entwicklung und Fortschritt.

Letztendlich fängt Wahrheit also bei der Aufklärung an und wird wohl an keinem benennbaren Punkt aufhören. Je nach Wahrheitsauffassung können sich Wahrheiten verschieben. Aber um die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Medien wiederherzustellen, müssen Journalisten gewissenhaft hinterfragen und recherchieren. Dabei möglichst objektiv und verantwortungsbewusst zu sein, sollte selbstverständlich sein. Auch im eigenen Interesse.