Berlin Brennt – Der Hilferuf der Feuerwehr

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Seit dem 26. März brennt vor dem Roten Rathaus in Berlin ein symbolisches Feuer: „Berlin brennt“ ist das Motto der Mahnwache der Berliner Feuerwehr. Die Feuerwehrleute wollen auf massive Missstände in der Hauptstadt aufmerksam machen.

Kritisiert wird vor allem, dass immer noch zu viel Personal fehle. Insgesamt 1300 neue Stellen werden gefordert. Die Feuerwehren seien völlig überlastet und könnten kaum noch ihre Aufgaben richtig wahrnehmen. Zudem gebe es massive Mängel an den Feuerwachen und der Fuhrpark sei veraltet. Auch die Bezahlung und das neue Schichtmodell sind große Kritikpunkte. Die Ausbildung der Feuerwehr soll ebenfalls verstärkt und verbessert werden.

Die protestierende Feuerwehr bekommt viel Zuspruch. Ihrer Facebookgruppe traten innerhalb weniger Tage mehr als 40.000 Menschen bei. Feuerwehren aus anderen Städten und Ländern, aber auch viele andere Berufsgruppen bekundeten ihre Solidarität mit den Rettern.

Unterstützung kommt auch von Prominenten. Unter anderem Culcha Candela veröffentlichten ein Solidaritäts-Video bei Facebook. Burkard Dregger, Innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Berlin, sagte: „Es brennt an allen Ecken: Die Berliner Feuerwehrleute demonstrieren völlig zu Recht.“ Man erwarte, dass die Feuerwehrleute nicht länger hingehalten werden.

Unter den Feuerwehrleuten macht sich vor allem Unverständnis breit. Unverständnis darüber, dass zu lange nicht auf sie gehört wurde. Bei Facebook richtet sich die Frustration aber auch gegen die Medien: Manch ein Unterstützer ist der Meinung, Journalisten hätten die Probleme totgeschwiegen und würden den Hilferuf auch jetzt bewusst ignorieren.

Innensenator Geisel sagte schon zu Beginn der Mahnwache, die meisten Inhalte der Forderungen seien bereits auf den Weg gebracht. Es ginge nun lediglich darum, die Zeit noch auszuhalten, bis die neuen Maßnahmen in Kraft treten.

Zufrieden sind die Feuerwehren mit den bisher beschlossenen Änderungen aber nicht. Sie wollen so lange ihre Mahnwache vor dem Roten Rathaus fortführen, bis sie ausreichende Änderungen angestoßen haben. Eine neu gestartete Online-Petition soll dem Protest noch mehr Kraft verleihen.

Um 17:30 wird heute ein Motorradkorso vom Potsdamer Platz bis zur Feuertonne vor dem Roten Rathaus stattfinden. Ob auch in der nächsten Woche die Mahnwache fortgeführt wird, entscheidet sich in den nächsten Tagen.