Afghanistan: Mein erster Tag in einer völlig anderen Kultur

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Als ich aufwache und aus dem Flugzeugfenster schaue, sehe ich nur hohe Gebirge. Viele große braune Berge. Bis wir den Flughafen Kabul erreichen, dauert es noch ein bisschen.

Dort angekommen, muss ich sofort mein Kopftuch anziehen und mich verhüllen. Denn in Afghanistan ist es Pflicht für alle Frauen, Kopftuch zu tragen und sich mit einem knielangen Mantel zu verhüllen. Viele Frauen tragen auch Burka, bedecken damit ihren ganzen Körper. Nur im Bereich der Augen befindet sich ein gitterartiges Sichtfenster. Viele der Burkas sind nicht etwa schwarz, sondern blau.

Quelle: Pixabay

Mehr als 99% der Bevölkerung in Afghanistan sind Muslime. Die Amtssprachen sind Dari und Paschtu. Zur Kleiderordnung der Frauen gehört eben diese lange, nicht körperbetonte Kleidung. Die Männer tragen hier oft lange Bärte und Turbane. Geht man nach draußen, ist es üblich, dass Frauen immer männliche Begleitung haben.

Auch sonst ist die Rolle der Frau anders als in Deutschland. Die Frauen verbringen viel Zeit zu Hause, kümmern sich um den Haushalt. Regelmäßig kommen Freunde und Bekannte zu Besuch. Viel öfter und auch länger, als bei den meisten Familien in Deutschland.

Mit dem Taxi fahren wir vom Flughafen zu unseren Bekannten. Der nächste Unterschied zu Deutschland fällt auf: Es gibt kaum Verkehrsregeln. Jeder fährt so, wie er will und mit wenig Abstand hinter dem nächsten Auto. Überall laufen Kinder oder Tiere, wie zum Beispiel Esel, einfach vor den Autos entlang.

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Bevor man in Afghanistan eine private Wohnung oder ein Zimmer betritt, sollte man immer erst die Schuhe ausziehen. Denn die Luft draußen ist verschmutzt und staubig. Es gibt fast überall in Afghanistan Tee (Chai) zu trinken. Das frische Obst und Gemüse wird auf den Basars unter freiem Himmel gekauft.

Der Zauber des Orient in Afghanistan

Die Afghanische Küche bietet leckere, exotische und vielfältige Gerichte. Essen hat einen viel höheren Stellenwert als in Deutschland. Dass man stundenlang oder gar mehrere Tage an einem Mittagessen arbeitet, ist ganz normal. Dass man mal eine Mahlzeit ausfallen lässt, ist kaum vorstellbar.

Beliebt sind „Ashak&Mantu“, eine Art Tortellini. Sie sind gefüllt mit Lauch oder auch Lammfleisch und Zwiebel. Serviert werden sie mit einer Hackfleischsoße und Joghurt. Außerdem gibt es „Bolani“. Das sind lange gebratene Teigtaschen, gefüllt mit Kartoffeln. Auch eine andere Variante von Lauch mit Knoblauch-Joghurtsauce wird es serviert.

Aber auch Reis wird viel und gern gegessen. Der bekannteste davon ist „Kabuli“. Das ist Reis mit Rosinen und Möhren. Dazu passt gut „Borani Banjan“, gebratene Auberginen mit frischen Tomaten und wieder Knoblauch-Joghurtsauce dazu.